Über uns
Archivgeschichte
Erste historische Berichte über Erkner lassen sich z.B. in Reiseführern etwa in den 1850er Jahren mit dem Aufkommen der Berlin-Frankfurter Eisenbahn (ab 1842) und vor allem dem damit eng verbundenen Aufschwung des „Fremdenverkehrs“ in unserer Region ab den 1880er Jahren finden. Eine etwas systematischere Erforschung unserer Geschichte setzte in den 1920er Jahren durch einige interessierte Bewohner Erkners oder in Nachbarorten ein.
Für die 1930er Jahre ist eine erste Sammlung von Dokumenten zur Ortsgeschichte bekannt, die Räumlichkeiten im seit 1937/38 bestehenden Rathaus fand. Mit diesem ist die gesamte Sammlung beim Bombenangriff am 8. März 1944 verbrannt.
Nach dem Krieg gab es Versuche, ein Heimatkundliches Archiv einzurichten, was jedoch vom DDR-Kulturministerium abgelehnt wurde. Dennoch übernahm der junge Lehrer Bernd Rühle ab 1959 die ehrenamtliche Leitung eines ersten kleinen Gerhart-Hauptmann-Gedenkraums, und auch das Heimatarchiv begann langsam zu wachsen.
Die Materialien zur Ortsgeschichte Erkners kehrten 1962 mit der Wiedereröffnung der Gedenkstätte in die Villa Lassen zurück. Ein heimatkundlicher Farblichtbildervortrag wurde 1964 zur Geburtsstunde des Heimatkundlichen Archivs. Seitdem werden die Bestände kontinuierlich durch Recherchen, Schenkungen und Forschung erweitert, katalogisiert und ausgewertet, wobei viele ehrenamtliche Heimatforscher unterstützen.
Vorreiter wie Bruno Fischer, Carl Seefeldt und Dr. Bernd Rühle haben einen großen Fundus aufgebaut, der zur Grundlage zahlreicher Vorträge, Ausstellungen und Veröffentlichungen wurde.
Seit 2012 wird das Archiv — nunmehr unter dem Namen „Historisches Stadtarchiv Erkner“ — von Frank Retzlaff betreut, modernisiert und ständig erweitert, seit 2014 tatkräftig unterstützt von Frau Doris Nowag.
Nach einer Dekade in Kellerräumen des rekonstruierten Rathauses wurden 2014 eigenständige Räume im Hauptgebäude des Gerhart-Hauptmann-Museums bezogen, die 2023 in Vorbereitung des geplanten Baus des Gerhart-Hauptmann-Forums geräumt werden mussten. Seitdem ist das „Historische Stadtarchiv Erkner“ in der Friedrichstraße 67 gegenüber dem Rathaus für die Öffentlichkeit zugänglich. Frank Retzlaff und Doris Nowag stehen für Auskünfte und Beratung gern zur Verfügung.
